Das Konsul-Hackfeld-Haus

Geschichte zum Konsul Hackfeld Haus

(Kurzfassung von Rudolf Matzner)

Der Bremer CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen),  besitzt seit dem 14.06.1958 in der Birkenstrasse ein eigenes, großes Vereinshaus, dass den Namen „Konsul-Hackfeld-Haus“ trägt. Schon zuvor, ab 1928 besaß der Bremer CVJM an der Contrescarpe 101 ein eigenes Vereinshaus. Dieses villenähnliche Gebäude wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Die Namensgebung des 1958 eingeweihten Hauses macht deutlich, dass sich der Bremer CVJM der Familie Hackfeld nach langen Jahren in dankbarer Erinnerung verpflichtet fühlt.Johann Friedrich Hackfeld hat dem Bremer CVJM für den Kauf des ersten Vereinshauses die beachtliche Summe von 30.000 Mark zur Verfügung gestellt. Später sind nochmals 25.000 Mark diesem Jugendverein zugeflossen. Gewiss hat auch seine Frau, Marie-Gesine Hackfeld mit ihrer wohltätigen Gesinnung dieses Jugend fördernde Projekt unterstützend begleitet.

Der märchenhafte Aufstieg des Hackfeldschen Imperiums im Südseeraum ist in heutiger Zeit kaum vorstellbar.

Ergründer des ehemals größten Unternehmens auf Hawaii war der am 24.08.1816 in Almslohe bei Ganderkesee geborene Heinrich Hackfeld. Als Sohn eines Tagelöhners, der früh verstarb, musste Heinrich als Hütejunge zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Die Schule hat der Junge nur unregelmäßig besucht. Als 14-jähriger ging er über Amsterdam zur Seefahrt, und mit 28 Jahren war er Kapitän und Mitbesitzer des Schiffes „Express“. Auf seinen Reisen nach Honolulu entdeckte er seinen Geschäftssinn. Im Jahr 1849 richtete er dort einen Laden ein, und begann zunächst Walfangschiffe und deren Besatzung auszurüsten. Heinrich Hackfeld erwarb Zuckerplantagen und förderte die Einführung von Ananaspflanzen von Mexiko nach Hawaii.

1850 wurde ein Ladengeschäft für Kleiderstoffe eröffnet. 1862 kehrte Heinrich Hackfeld mit seiner Frau nach Bremen zurück. Die Konzernleitung lag nun in den Händen seiner Direktoren. Die zuvor von Heinrich Hackfeld gegründete Reedereigesellschaft hatte 1871 18 Schiffe registriert. Auf der Reedereiflagge war das rote Hanseatenkreuz auf weißem Grund sichtbar.

Wie schon Heinrich Hackfeld pflegten auch seine Nachfolger in der Unternehmensleitung enge persönliche Kontakte zum hawaiischen König Kamehameda.

Das nach Deutschland zurückgekehrte Ehepaar Heinrich und Marie-Gesine Hackfeld übertrugen im Jahr 1876 am 28.12.1856 geborenen Neffen Johann Friedrich Hackfeld die Geschäftsleitung auf Hawaii. Das Ergründerehepaar hatte keine Kinder hinterlassen. Johann Friedrich Hackfeld war insgeheim zum König von Honolulu aufgestiegen. Er war Berater des Königshauses. Selbst Banknoten auf Hawaii trugen den Namen Hackfeld. Bis 1914 war die Firma Hackfeld das größte Unternehmen im Südseeraum.

Als die eigene Schiffstonnage nicht mehr ausreichte, wurden fremde Segler und Dampfschiffe gechartert. Von der Stricknadel bis zur Lokomotive, Stoffe, Bier, Seife, Zement und vieles mehr wurde von Bremen nach Hawaii verschifft.

Zahlreiche junge Handwerker, Lehrer und auch Seelsorger suchten den Weg von Bremen ins Hackfeld Imperium, weit entfernt von der Heimat. Noch heute leben etwa 25.000 Menschen rein deutscher Abstammung auf Hawaii.

Die Gründer- und Nachfolgefamilie Hackfeld hatte mit den aus Bremen stammenden Vorstandsmitgliedern Karl Pflüger und Paul Sternberg außerordentlich tüchtige Mitarbeiter.

Die Direktoren der Hackfeld-Gruppe vertraten Jahrzehnte lang die verschiedensten Staaten, wie Österreich-Ungarn,m Schweden, Norwegen, Belgien und das deutsche Kaiserreich.

1918 wurde mit Hammer und Meißel die Firmenbezeichnung „1848 H. Hackfeld and Company Limited 1899“ vom Hauptsitz des Unternehmens entfernt. Bis 1970 war dieses große Gebäude das Wahrzeichen der Stadt Honolulu.

Die Unternehmer Hackfeld galten als honorige wohlhabende aber auch bescheidene Kaufleute. Sie waren christlich gesinnt und großzügig in ihrer menschlichen Haltung veranlagt.

Als herausragende Schenkung können die 4 großen metallenen Bremer Domtüren erwähnt werden, die mit biblischen Motiven und Figuren aus dem Alten und dem Neuen Testament versehen sind.

In Ganderkesee besteht wieder ein „Hackfeldscher Marienfonds“ der begabten Kindern aus der Region zur Weiterbildung zur Verfügung steht.

Bremen, im November 2006

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